Samstag, 21. Januar 2017

Mein neues Buch ist da: "Mein Bienengarten" - mit Verlosung

Ich kann es kaum glauben, aber jetzt ist es raus: Druckfrisch mit sonnigem Umschlag: "Mein Bienengarten", diese Woche erschienen im Ulmer-Verlag.


Mein Bienengarten. Bunte Bienenweiden für Hummeln, Honig- und Wildbienen. Elke Schwarzer. 2017. 128 S., 110 Farbfotos, kart. ISBN 978-3-8001-0870-1. € 16,90


Die Bienen schlafen zwar noch, aber es kann schon mit der Gartenplanung für einen summenden Garten angefangen werden. Neben Bienenportraits der selbst in Stadtgärten häufigeren Hummel- und Wildbienenarten gibt es im Buch Pflanzenempfehlungen ganz konkret abgestimmt auf besondere Bienenpersönlichkeiten, außerdem werden allgemein beliebte Bienenweiden vorgestellt.


Auch Lückenfüller sind dabei, für die man auch noch ein Eckchen findet, denn wir Gärtner beschweren uns ja immer über zu wenig Platz. Doch darunter sollen die Bienen nicht leiden. Außerdem gibt es allgemeine Tipps für eine bienenfreundliche Gartengestaltung.


Wie schon beim Erstling habe ich nahezu alle Fotos selbst gemacht, die meisten in meinem Garten. Ich habe mich aber auch in diversen Bielefelder Parks und Gärten herumgetrieben. Ich erspare euch jetzt die Bilder zum "Making Of" des Buches, denn viele Fotos sind unter menschenunwürdigen Bedingungen entstanden, oft mit einer gewalttätigen Rose im Rücken oder in anatomisch scheinbar unmöglichen Körperhaltungen. Für so manches Bild musste ich mich nämlich in abenteuerlichen Posen in der Botanik auf die Lauer legen oder im Spagat ins Staudenbeet hocken. Viele Verrenkungen und nasse Knie habe ich auf mich genommen, um Pelz- und Wollbienen auf Augenhöhe zu begegnen. Für die Sandbienen musste ich mich auf den Rasen schmeißen, um sie bei ihren grabenden Erdarbeiten zu erwischen.





Aber ich hab's gern gemacht, denn die Bienchen sollten natürlich möglichst sympathisch rüberkommen auf den Bildern - und Sympathie haben die heute mehr nötig denn je. Da ist ein bisschen Stretching im Staudenbeet zu verschmerzen, schließlich ist es für den guten Zweck.

Apropos Stretching: Leider hatten die Schenkelbienen Verspätung und sind quasi erst nach Redaktionsschluss in meinem Garten zum allerersten Mal aufgetaucht - eine Weltpremiere am Gilbweiderich. Daher fehlen sie jetzt leider im Buch. Aber ansonsten ist das Who-is-Who der häufigeren Gartenbewohner mit dabei.

Die netten Mitarbeiterinnen des Ulmer-Verlages haben Großartiges geleistet und das Layout mit gezeichneten Bienchen und Blümchen liebevoll dekoriert. Auch die Umschlaggestaltung ist richtig frisch und fröhlich geworden.

Wenn ihr ein Exemplar von "Mein Bienengarten" gewinnen möchtet, dann hinterlasst hier einen Kommentar bis zum 27.1.2017 und ihr seid bei der Verlosung dabei!

Samstag, 14. Januar 2017

Genial oder geistesgestört?

Bald werden wieder diverse bunte Prospekte ins Haus flattern. Buchsbaum wird dort gern angepriesen, in Farbe und mit dem Hinweis: "Robuste, pflegeleichte Heckenpflanze". Ja, in der Tat, eigentlich ist der Buchs richtig robust und nicht klein zu kriegen, aber früher war bekanntermaßen alles besser und das gilt auch für den immergrünen Knirps.


Neuerdings leidet er nämlich unter einem Füllhorn von neumodischen Plagen, die sich das Gewächs wohl im Ausland bei allzu schneller, billiger Vermehrung zugezogen hat. Denn als gepflegte Buchshecken sowohl im Bauerngarten als auch im sterilen Designergarten gleichzeitig Mode wurden, kamen die Vermehrer mit dem Befriedigen der Nachfrage kaum mehr nach.


Der Buchsbaumpilz wurde dabei offenbar innerlandes geschafft. Und es geht ihm dabei prächtig, denn gern sucht er sich neue Opfer, auf denen er sich ebenso sauwohl fühlt.

Leider sind es gerade die als so robust betitelten Baumarktpflanzen, die den Erreger oft schon im Preis inbegriffen haben. Daher Augen auf beim Buchsbaumkauf: Sind schwarze Flecken auf den untersten Blättern zu sehen, rieselt es gar schon? Dann Finger weg, das Geld kann man sich sparen.

Es ist für den Buchs ohnehin gesünder und für uns preiswerter, wenn er aus Stecklingen von nachweislich nicht erkrankten Eltern gesteckt wird. Aber was red ich - manchmal soll es eben schnell gehen und man vergreift sich doch am käuflichen Gewächs. Hab ich leider auch so gemacht, weil ich nicht wusste, dass der Pilz den Baumarktpflanzen schon anhaftet wie dem Hund die Zecke.

Nun mussten wir mittlerweile zwei Hecken roden, weil sie sich schon stark entblättert hatten.





Den Ring um die Kirsche herum konnte ich mir nicht lange in diesem kahlen Zustand anschauen. Als ich dann einen vorwitzigen Buchsbaum-Ast abschnitt, der vom Nachbarn herüberwuchs, hatte ich die wahnsinnige Idee, das ganze Grün weiter zu zerlegen und als neue Stecklingshecke um die Süßkirsche herum zu installieren.

Immer mehr Äste riss ich aus dem großen, bis ich einmal meinen Kreis im Garten gezogen hatte. Solche Risslinge wachsen besser an, da sie eine größere Oberfläche haben, an der sie Wurzeln bilden können. Ich habe die Zweiglein so tief wie es ging in die Erde gesteckt und gut gegossen.





Sowas ist natürlich ein gewagtes Unterfangen, schließlich stecken nicht nur die Stecklinge, sondern auch die Pilzsporen im Boden. Die kriegt man da auch so schnell nicht mehr raus. Von daher kann man schon an meiner Zurechnungsfähigkeit zweifeln. Aber manchmal bin ich eben spontan und außerdem gern des Wahnsinns fette Beute. Ich hab mir einfach gedacht: Die Sporen sind ja auch überall in der Luft und trotzdem hat der Strauch vom Nachbarn keinen Grund zur Klage, er ist selbst im feuchten Vollschatten pumperlgesund. Wenn es schiefgehen sollte, so hat es immerhin nichts gekostet und war für ein paar Monate eben nur eine Kunstinstallation, ein grüner Kranz.

Zur Kirschblüte sah der Ring immer noch ganz gut aus:

Im Mai freute sich der Iranlauch unbändig über das viele Licht, das er mit der fehlenden Hecke nun bekam:


Mittlerweile ist das Steckspiel auch schon wieder zwei Jahre her und nun weiß ich: Das war nicht genial, sondern wirklich geistesgestört. Alle Pflänzchen haben den Pilz bekommen und sind dahingeschieden.

Manch andere Buchsbäume werden aber auch steinalt, so wie der hier:

Hätte ich aber schon damals so machen sollen mit den Stecklingen, anstatt die Pflanzen für teuer Geld zu kaufen, dann würden die Hecken vielleicht noch leben. Aber nachher ist man eben immer schlauer. Und wer nicht hören will, muss stecken...

Samstag, 7. Januar 2017

Der Knaller im Winter

Im Winter ist alles grau und eintönig? Nicht alles. Ein kleiner Strauch, der den Rest des Jahres eher unauffällig daherwächst, überrascht nun mit richtigen Knalleffekten in Pink. Während der Liebesperlenstrauch schon nicht mehr so liebreizend aussieht, ist die Purpur- oder Korallenbeere (Symphoricarpos) auch nach Silvester noch der Knaller.



Die ganze Gattung gehört wie die Schneebeere zu den Knallerbsensträuchern, da die Frucht beim Zerdrücken mit einem Knall zerplatzt - aber nur ganz leise, ein floraler Miniböller also, biologisch abbaubar.



Bei Frost sehen sie aus wie kandierte Leckereien in Bonbonfarben und gehören zu den besten winterlichen Fotomotiven. Keiner Frucht steht Raureif besser - eine echte Eisprinzessin. Oft bleibt sogar das Laub im Winter lange grün.

Hier trägt der Oregano eine Perlenkette aus Purpurbeeren:


Bis mindestens in den März hinein versüßen die kleinen pinkfarbenen Beeren so manchen Spaziergang. Und zwar oft alle paar Meter wieder, da sie in Parks am laufenden Band als Begleit- und Leidgrün gepflanzt werden.


Die niedrigen Sträucher müssen nämlich auch so einiges erleiden. Salzattacken im Winter, keinerlei künstliche Bewässerung im Sommer, gassigehende Hund und allerhand Zigarettenkippen. Dabei beklagen sie sich nie. Im Gegenteil, die Knallerbschen sind so hartgesotten, dass sie ein Auf-den-Stock-setzen auch noch wegstecken. Sogar die abgeschnittenen Äste bewurzeln tapfer in der Vase. Die wollen's wirklich wissen.

Es lohnt also, jetzt im Winter im Park Ausschau zu halten nach besonders hübschen Beerchen - denn es gibt verschiedene Sorten, manche wachsen eher niedrig und breit ausladend, andere sind höher, und auch Beerenform und -anzahl variieren. Dann Stelle merken und bei etwaigen Strauchmassakern die Zweige abgreifen, die oft noch wochenlang neben den zerrütteten Pflanzen auf dem Rasen liegen. Zuhause ab ins Wasserglas damit.


Die Knallerbse im Null-Euro-Beet ist genauso entstanden. Die Hummeln und Bienen freuen sich im Sommer über die ewig lang erscheinenden Blüten. Und ich muss nicht mehr weit laufen, um die Eisprinzessinnen fotografieren zu können.


Amseln fressen die Früchte manchmal, aber nur, wenn wirklich nichts Besseres mehr zu schnabulieren ist.


Also, holt euch noch dieses Jahr den Knaller in Strauchgestalt, wenn ihr noch einen Quadratmeter Platz habt.

Samstag, 31. Dezember 2016

Im Kreis gedreht

Was tut man, wenn man keine Lust hat, abgeschnittene Äste zur Biotonne zu bringen? Denn mein einziger Weg aus dem Garten heraus führt geradewegs durch unser Wohnzimmer, durch die Haustür und dann noch die ganze Siedlung, bis ich am Mülltonnenparkplatz angekommen bin.

Und was Zweige angeht, ist ein Komposter leider ein zahnloser Tiger - ohne Häcksler verdaut er Holziges nur äußerst widerwillig. Da muss man schon ein paar Jahrzehnte Zeit mitbringen. Die Anschaffung eines elektrischen Gerätes zur Vorverdauung von Ästen scheue ich bisher noch, da auch so ein Reißwolf eine Spritztour durch die gute Stube mitmachen müsste, um in den Garten zu kommen - und wieder zurück in die Garage.

Bei Rankpflanzen wie Efeu und Wildem Wein habe ich mittlerweile eine bequeme Lösung gefunden, wie das Zuviel an Trieben im Garten bleiben kann, ohne die Biotonne von innen zu sehen.



Beide Kletterer neigen ja dazu, alles anzugrabbeln, was nicht niet- und nagelfest ist. Sie hängen sich in Kletterrosen oder Johannisbeeren, kriechen am Boden entlang und verschlucken Stauden oder verdunkeln anderweitig die Sonne.

Da kann man mit der Schere am besten gleich neben stehenbleiben. Hat man aber ein schönes Häufchen Schnittgut beisammen, lassen sich die Ranken ganz einfach um den Finger wickeln: Ich mache Kränze daraus.

Beim Efeu kann man sich aussuchen, ob man einen grünen oder braunen Kranz haben möchte. Sollen die Zweige nackig sein, muss man sie erst entlauben, indem man den Trieb an der Spitze packt, mit der anderen Hand umschließt und diese nach unten zieht. So gegen den Strich gebürstet geht das Laub ganz schnell ab. Die Blätter lassen sich dann kompostieren. Wilder Wein im Winter geschnitten ist einfacher zu verarbeiten. Dieser Kranz hier ist vor ein paar Tagen entstanden aus nur wenigen Weinranken:


Meinen allerersten Kranz habe ich zu groß angefangen und dann auch noch schief gewickelt, woraufhin er dann eher unrund wurde (nächstes Bild rechts). Jetzt nehme ich eine Nummer kleiner, etwa tellergroß. Eine lange Ranke biegt man zu einem Ring und wickelt die überstehenden Enden um diesen herum. Obwohl der Kranz erst aus einem Ast besteht, ist er schon ausreichend stabil.

Weitere Äste werden einfach um den Ring gewickelt, die Enden dabei in bestehende Ösen gesteckt. Falls es kein Kreis zu werden droht, kann man den Rohling jetzt noch in Form biegen.

Hier ein und derselbe Efeukranz im Sommer frisch gewickelt und jetzt im Winter:


Mittlerweile ist mein Garten voll mit Kränzen. Werden sie porös, kann man sie am Ende doch noch kompostieren. Je nach Jahreszeit lassen sie sich auch schmücken, wenn man möchte.


Aber eigentlich sehen sie auch so ganz gut aus - und das Material bleibt platzsparend im Garten!

Samstag, 24. Dezember 2016

Weihnachten im Garten

In meinem Garten gibt es kein Rentier, ob mit oder ohne Beleuchtung. Die Katze muss auch kein Elchgeweih tragen, sonst hätte sie sich sicher schon zur Adoption freigegeben. Und doch gibt es dort draußen einen kapitalen Platzhirsch zu bewundern, links unterm Zierapfel hockt er. Jedes Frühjahr wirft er sein Geweih ab und bekommt im Herbst neuen Schmuck. Diesen Winter handelt es sich schon um einen schmucken Drei-Ender.

Dieser Platzhirsch ist immergrün mit fantastischen, palmartigen Blättern: Es ist die Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus), eine heimische Staude, die Schatten verträgt und frostigen Temperaturen trotzt.

Ein Weihnachts-Marienkäfer überwintert in der Blüte:

Jetzt sind schon ihre hellgrünen Knospen zu sehen, die sie in geweihartige Hüllblätter gesteckt hat. Die Stinkende Nieswurz bringt Leben in den Wintergarten und sieht einfach immer gut aus.




Auch die Schneeglöckchen schauen schon aus dem Boden. Ob das gut ist? Ich bin im Dezember immer ganz besorgt um die Kleinen, denn es könnte ja noch einmal richtig frostig werden. Nur eine Woche später, wenn es Januar geworden ist, sehe ich die Frühstarter schon gelassener - einfach weil der Monat ein anderer ist. Schon komisch, wie das Kalenderdatum die Wahrnehmung beeinflussen kann.

Das Pfaffenhütchen möchte sich bitte nicht zum Weihnachtsbaum degradieren lassen. Es sieht jetzt nicht mehr repräsentativ aus, seine roten Samenkapseln sind vom Frost ganz zermürbt und nur wenige taugen noch als Weihnachtskugeln. Im Shabby-Chic-Stil wären sie aber ganz weit vorne.




Dafür sieht die Kletterspindel aber noch ganz adrett aus.


Lonicera nitida hat ein paar glänzende lila Weihnachtskugeln versteckt, die man eher wie Ostereier suchen muss:


... und damit möchte ich den winterlichen Gartenrundgang beschließen: Ich wünsche allen meinen Lesern schöne Weihnachtstage!


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